Sonja Brauner

2016

SEMINARE 2016

01/2016-09/2016

Weiterbildung „Sekundärtraumatisierung“, Pflege und Adoption Peter Pan

27.01.16, 11.02.16, 12.02.16, 19.02.16, 6.04.16
Weiterbildung „Flucht und Trauma“,
KursleiterInnen und KinderbetreuerInnen der MA 17,
Abteilung für Integration und Diversität

24.02.16, 22.03.16, 19.04.16, 16.06.16, 21.09.16
Weiterbildung „Flucht und Trauma“,
BetreuerInnen im Flüchtlingsbereich bei der Diakonie Wien

16.02.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“,
BetreuerInnen im Flüchtlingsbereich,
Flüchtlingsheim 1150 Wien

8.03.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“
Stadtschulrat,SchülerberaterInnen im
Pflicht-und Sonderschulbereich

17.03.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“ Freiwilliges Soziales Jahr/Tulln

19.03.2016 Ricarda Perz und Sonja Brauner    Weiterbildung „Psychotraumatologie und Ressourcen“ zur Beschreibung

27.04.2016   Weiterbildung „Flucht und Trauma“, PädagogInnen in Leopoldsdorf

13.04.16, 1.06.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“, PädagogInnen in Neunkirchen

April/Mai/Juni/August/Oktober/November/Dezember 2016
Kompaktlehrgang FlüchtlingsbetreuerIn/Caritas Intern/Akademie für Sozialmanagement

9.05.2016 Weiterbildung „Flucht und Trauma“, NMS Castellgasse 9, 1050 Wien. Pädagogische Konferenz

11.05.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“ Stadtschulrat, SchulpsychologInnen

3.06.2016 Hemayat-Sommerfest im Palais Schönburg-Hartenstein

Moderation der Tombola mit Flora und Marc sommerfest2016sonjamarcflora.jpgFacebookseite

15.06.2016
Impulsvortrag „Kinderschutz in der Fremde“ Generalversammlung der österreichischen Kinderschutzzentren in Graz

22.06.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“,
TrainerInnen des BFI, 1034 Wien

30.08.2016

Weiterbildung „Interkulturelle Methoden“, NÖ-Landesregierung

26.09.2016 Weiterbildung „Nach der Flucht“

15.09.-16.09.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“,
MitarbeiterInnen der Offenen Jugendarbeit in Dornbirn

4.10.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“,
TrainerInnen der Volkshochschule Wien

6.10.-7.10.2016
Plattformtreffen gewaltinfo.at Salzburg St.Virgil
Vortrag und Workshop „Flucht und Trauma“

19.10.2016 Frankfurter Buchmesse Bildungskongress 2016: „Zusammen leben – zusammen lernen. Geflüchtete Kinder in Kita und Schule“
organisiert durch Frankfurter Buchmesse GmbH
Frankfurter Buchmesse, Congress Center, Ebene 2
Beginn: Mittwoch, 19.10.2016 um 09:30
Ende: Mittwoch, 19.10.2016 um 16:00
Nach den aktuellen Zahlen von UNHCR suchen 28 Millionen Kinder aus Krisengebieten Schutz vor Krieg, Hunger und Folter. Die neuen MitschülerInnen stellen Lehrkräfte vor neue Herausforderungen und Fragen: Wie den Unterricht entsprechend anpassen an Kinder, die über mangelnde Sprachkenntnisse und unbekannte Vorbildung verfügen und nach Gewalt, Entwurzelung und Flucht oftmals traumatisiert sind? Die Buchmanufaktur 1band und Hemayat (Betreuungszentrum für Folteropfer und Kriegsüberlebende) entwickelten in Zusammenarbeit das Non-Profit-Projekt bookli MUNGST. Das Bilder-Mal-Lese-Buch, ist mit seiner Zweisprachigkeit ein Willkommensgeschenk für geflohene Kinder, wie auch ein pädagogisches Versteh-Buch und ein traumasensibles Ankomm-Buch. Für jedes gekaufte Buch mit dem Titel „Große Reise“ wird ein Exemplar an ein geflohenes Kind verschenkt. Das Projekt wurde vom Österreichischen Bundeskanzleramt mit der Prämie des Outstanding Artist Award für Innovative Kultarbeit ausgezeichnet Bookli Mungst ist ein Ort des Respekts 2016 in Österreich. Auf Respekt.net gibt es eine Crowdfundingaktion von der Projektleiterin Anna Moser (1band) und der Textautorin Sonja Brauner (Hemayat), um weitere 16 Sprachmutationen online zur Verfügung stellen.
buchmesse19-10-16

bucmesse2-19-10-16

Präsentation von Bookli Mungst und PPP über Psychotraumatologie und die Behandlung geflohener Kinder

8.11.2016

Linguamulti – Expertinnen

16.11.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“
Weidinger und Partner

18.11.2016
SOS-Kinderdorf Veranstaltung „an(ge)kommen Kinder nach der Flucht“
zur Veranstaltung

24.11.2016
3. Jahrestagung der Kinderliga am 24.11.2016: „Kinder, Armut und Gesundheit“
zur Veranstaltung

26.11.2016
Seminar Kindertraumatherapie beim VOEPP
zum Workshop

29.11.2016
Frauen beraten Frauen Burgenland
„ICH ARBEITE MIT MENSCHEN, DIE ÜBERLEBT HABEN“
Vortrag, Workshop und Lesung „Grosse Reise“
zur Foto-Galerie

30.11.2016
ÖKLK-Österreichischer Kitaleitungskongress 2016

1.12.2016 KOMPETENZ-KREIS SALON „Zwischen den Welten“
Viele Menschen im Sozial- und Bildungsbereich, aber auch in Wirtschaftsbetrieben haben aufgrund der aktuellen Migrationsbewegungen mit Menschen zu tun, die Flucht erlebt haben und davon auch traumatisiert wurden. Der kompetenzkreis-Salon am 1.12.2016 widmet sich unter dem Titel ‚Zwischen den Welten‘ dem Thema Flucht & Trauma. Als Vortragende wird Sonja Katrina Brauner, Psychotherapeutin, Traumatherapeutin, Supervisorin, Publizistin und Leiterin des Lehrgangs ‚Zwischen den Welten‘ den Abend begleiten. Sonja Katrina Brauner unterstützt in ihrer Arbeit Flüchtende, die Traumata erlebt haben und Menschen, die mit Flüchtenden zusammenarbeiten oder zusammenleben.
Der kompetenzkreis-Salon ist ein Rahmen für den Austausch zwischen interessierten Menschen. Bringen Sie daher gerne Ihre persönlichen Erfahrungen, Geschichten oder Fragen zum Thema Trauma im Zusammenhang mit Flucht mit. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit auf das Wissen und die Erfahrung von Sonja Katrina Brauner zurückzugreifen.Wo: kompetenzkreis, Brunnengasse 26, 1160 Wien (Eingang direkt Ecke Hasner Straße, Öffentliche Anbindung: U6-Thaliastraße, Tramway 46 Brunnengasse)
Wann: Donnerstag, 1. Dezember 2016
Ankommen ab 17:30 Uhr, Start 18:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr

17.12.2016
Weiterbildung „Flucht und Trauma“-Verständnis statt Mitleid
Frauen-Frühstück, Die Grünen, Eichgraben

FLUCHT UND TRAUMA – VERSTÄNDNIS IST BESSER ALS MITLEID

Ruth Lerz – Beim letzten Frauenfrühstück des vergangen Jahres hatten wir die Psychotherapeutin Traumatherapeutin Dipl. Sozialpädagogin und Supervisorin Sonja Brauner zu Gast.

Durch ihre jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Kriegsflüchtlingen konnte sie uns einen sehr praxisnahen Einblick in das Gefühlsleben derer geben, mit denen viele der interessierten Zuhörerinnen durch ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe und ihren Kontakt mit Geflohenen zu tun hatten.

Wie geht es Menschen, die aufgrund von Krieg und Terror oder politisch repressiven Verhältnissen ihre Heimat hinter sich lassen müssen? Die erlittenen Traumata wirken oft weit über die Dauer des unmittelbar lebensbedrohlichen Ereignisses hinaus. Psychologisch bedeutet eine Traumatisierung einen tiefen Einbruch, nach dem nichts mehr so ist, wie es vorher war. Das gewohnte Leben, Wertehaltungen und Lebenseinstellungen geraten durcheinander. Die Menschen verzweifeln an quälenden Erinnerungen und Albträumen. Sie haben Angst, dass sich die Ereignisse wiederholen könnten. Meist haben sie extrem nervöse Zustände, sind reizbar und schreckhaft. Viele leiden an Schlafstörungen, Kopfschmerzen und anderen Schmerzzuständen. Unzählige Male haben ehrenamtliche DeutschtrainerInnen in den letzten Jahren auf die Frage: „Wie geht es dir?“ folgende Antwort gehört: „Ich bin müde.“ Unkonzentriert und teils geistig abwesend sitzen die Flüchtlinge in unseren Kursen, während wir uns bemühen das 1 x 1 der deutschen Sprache in ihre Köpfe zu stopfen.

Versetzen wir uns in die Lage einer Frau oder eines Mannes, die/der alles, was bisher gewohnt war und Geborgenheit vermittelt hat, nach oft unvorstellbar schrecklichen Erlebnissen, wie Verlust von Verwandten, Folter und Zerstörung des Heims und anschließende Flucht unter widrigsten Bedingungen, in einem Land landet, von dem sie/er davor noch nicht einmal den Namen kannte. Geschweige denn die Sprache, Sitten und Gebräuche. Alles ist plötzlich anders.

Wie können wir diesen Menschen helfen, die Orientierungslosigkeit in der neuen, fremden Umgebung zu bewältigen und wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen? Das Wichtigste ist einen Rahmen zu bieten, in dem sie/er sich wieder sicher und geborgen fühlen kann. Vertrauen in die Welt und in andere Menschen muss oft erst wieder Schritt für Schritt zurückgewonnen werden. Ein geregelter Tagesablauf ist dabei sehr hilfreich. Wir können eine Brücke bauen, indem wir uns der kulturellen und sozialen Identität der neu Angekommenen respekt- und verständnisvoll nähern und ihnen Schritt für Schritt Einblick in unsere Lebensweise und Bräuche gewähren.

Mir persönlich kam dabei meine übermäßige Neugierde zu Gute. Als Mitglied der Initiative MOSAIK – Eichgraben hatte ich gleich nach deren Ankunft Kontakt zu den geflohenen Neo-EichgrabnerInnen. Durch‘s Essen kommen die Leut zam´. Also luden wir die Menschen zum gemeinsamen Kochen und Essen von Speisen aus deren Herkunftsländern ein. Bei dieser Gelegenheit fand ein ungezwungener Austausch von Rezepten, Gewohnheiten, Ritualen und Geschichten statt. Wir interessierten uns für ihre traditionelle Musik und machten sie mit unserer bekannt. Beim gemeinsamen Malen, Töpfern, Nähen und Basteln setzten wir uns mit den verschiedenen kulturellen Vorlieben auseinander und konnten so eine angenehme Vertrauensbasis herstellen. Mit der Zeit erfuhren wir immer mehr über die diversen Gründe der Flucht und traumatisierende Erlebnisse. Wir hörten Geschichten und sahen Bilder, die einen unmöglich kalt lassen können. Ich erinnere mich an einen Spaziergang mit einem jungen Syrer. Als ein Hubschrauber vorbei flog, fing er an zu zittern und erzählte mir, dass in seiner Heimat dem Geräusch eines Hubschraubers immer der Abwurf einer Fassbombe gefolgt war.

Besonders schwierig ist es, die seelischen Wunden bei Kleinkindern und Kindern, die sich noch nicht sprachlich ausdrücken können, zu heilen. Die zwei Jahre alte Tochter einer Familie, die über Palästina und den Irak nach Österreich gekommen war, weigert sich in den Wald zu gehen. Durch die langen Fußmärsche auf der Flucht verbindet sie das Gehen mit Angst. Mit den erwachsenen Flüchtlingen sind wir viel wandern gegangen, um ihnen den für sie mit Flucht und Panik besetzten Wald als Erholungsgebiet näher zu bringen. Sonja Brauner machte uns darauf aufmerksam, dass dabei auch bestehende Traumata akut werden könnten. Wir hatten Glück. Unsere Ausflüge wurden positiv aufgenommen.

Was macht das mit uns und wie gehen wir damit um? Selbstverständlich lässt es uns nicht kalt. Je näher wir einander kennen lernen, desto näher gehen uns auch die Erzählungen über das Geschehene. Dabei ist es wichtig, auf seine eigenen Grenzen zu achten und gegebenenfalls Supervision in Anspruch zu nehmen. Bei mir blieb nach dem interessanten und sehr spannenden Vortrag von Sonja Brauner das angenehme Gefühl, im Umgang mit den Flüchtlingen intuitiv viel richtig gemacht zu haben und mehr Verständnis für Situationen, mit denen wir in unserem Miteinander regelmäßig konfrontiert sind.

Viele Flüchtlinge finden mit Verständnis und Zuwendung wieder Vertrauen und schaffen es, in ihrer neuen Heimat ein normales Leben aufzubauen. Für diejenigen, die ihre Traumata nicht überwinden können, gibt es die Möglichkeit Therapie in Anspruch zu nehmen. Der Vereine HEMAYAT (www.hemayat.org) ist ein Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende, der kostenlos medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung zur Verfügung stellt. Um seine Dienste anbieten zu können, bittet er um Unterstützung. Hier können Sie spenden: Erste Bank, IBAN: AT052011128446099600, BIC: GIBAATWWxxx

Wenn sie Interesse an den Aktivitäten oder der Mitarbeit bei MOSAIK – Eichgraben haben, können Sie sich auf der gleichnamigen Facebook-Seite informieren.

Das Frauenfrühstück der GRÜNEN Eichgraben findet viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember statt. Sobald die genauen Termine feststehen informieren wir Sie. Bei Interesse melden Sie sich bitte für den Frauenfrühstück-Newsletter an: elisabeth.goetze@gruene.at.

Kinderzeichnung zum Thema Flucht
Sonja Brauner und Barbara Skala